Armut halbieren
Armut in der reichen Schweiz ist ein Tabu. Wir wissen genau, wie viele Autos und Motorräder auf unseren Strassen verkehren, aber wir wissen nicht genau, wie viele Menschen in unserem Land arm sind.Jede zehnte Person in der Schweiz gilt als arm. Armut kann jeden und jede treffen: Von Armut bedroht ist, wer arbeitslos oder krank ist, wer ungenügend ausgebildet ist, drei oder mehr Kinder hat, eine Scheidung durchmacht oder Opfer der Wirtschaftskrise wird.
Das Caritas Lebenslaufmodell zeigt auf, welche Risiken im Verlaufe des Lebens zu Armut führen können. Sieben Lebensphasen werden berücksichtigt, von der Geburt bis zum Tod. Und das Modell macht deutlich, dass die soziale Herkunft einen entscheidenden Einflussfaktor auf das Armutsrisiko hat. Denn Armut ist vererbbar. Kinder, die aus armen Haushalten stammen, tragen ein hohes Risiko, als Erwachsene selbst wieder zu den Armen zu zählen.
Die Stärke einer Gesellschaft misst sich am Wohl der Schwachen. Die Schweiz muss alles unternehmen, um Armut an der Wurzel zu bekämpfen. Darum ruft Caritas zu einer Dekade der Armutsbekämpfung auf: Bis 2020 soll die Armut in der Schweiz halbiert werden!




